Marktanalysen
Gemeinsam mit dem unabhängigen Marktanalysten Michael Niefünd erstellt Fondshaus Hamburg zweimal im Jahr den exklusiven FHH-Marktreport:
Container – Bulker - Tanker. Der Report bietet eine umfassende Analyse der aktuellen Situation auf allen wichtigen Schifffahrtsmärkten. Nachfolgend stellt der FHH-Markttelegraf die Charterratenentwicklung der Teilmärkte im 1. Halbjahr 2011 dar.
Der FHH-Markttelegraf
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Trotz des größten Zuwachses an neuer Containerschiffstonnage ging der positive Trend bei den Zeitcharterraten bis zum Ende des ersten Quartals weiter. Im zweiten Quartal erfolgte dann eine Seitwärtsbewegung mit zum Ende leicht fallender Tendenz. Beachtenswert ist, dass es der beste Zeigerstand seit Einführung des Markttelegrafen im ersten Halbjahr 2007 ist. |
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Die Charterraten im Bulkermarkt waren angesichts der unvermindert zahlreichen Neubauablieferungen weiter stark rückläufig. Besonders heftig litten die Capesize-Bulker unter einer steigenden Überkapazität. Das Segment musste spürbare Rückschläge verkraften. Vergleichsweise glimpflich kamen die Handysize-Bulker davon, gleichwohl auch sie rund 38 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt lagen. |
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Der Tankschiffsmarkt war im Allgemeinen während des ersten Halbjahres von einem weiter steigenden Überangebot gekennzeichnet. Die Spot-Raten gaben auf breiter Front weiter spürbar nach. Die Zeitcharterraten befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren. |
Erläuterungen zur Erstellung des FHH-Markttelegrafen
Als inhaltliche Neuerung wird im FHH-Markttelegrafen erstmalig ein Vergleich zu dem vorangehenden Halbjahr gezogen, um so einen besseren Überblick über die Entwicklung des Marktes zu ermöglichen.
Zur Ermittlung des Zeigerstandes wird der aktuelle Stand der Charterraten im jeweiligen Markt mit dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre verglichen. Damit ist der Markttelegraf Indikator für die Volatilität des jeweiligen Segments.
Liegt der aktuelle Stand weniger als 15 % über dem Fünfjahresdurchschnitt, so zeigt der Markttelegraf "aufwärts, leicht" an. Bei 15 % bis 30 % Plus steht der Zeiger auf "aufwärts, mittel" und bei 30 % bis 45 % Plus auf "aufwärts, stark".
Analog gilt für die negative Seite: Liegt der aktuelle Stand weniger als 15 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt, so zeigt der Markttelegraf "abwärts, leicht" an. Bei 15 % bis 30 % Minus steht der Zeiger auf "abwärts, mittel" und bei 30 % bis 45 % Minus auf "abwärts, stark". Der Vergleich der aktuellen Zahlen mit dem langjährigen Schnitt ist oben dargestellt.
(Auszug aus dem FHH-Marktbericht 1. Halbjahr 2010 des Fondshaus Hamburg)
Auszug aus dem FHH-Marktreport 1. Halbjahr 2011
Die Schiffsmärkte haben sich im ersten Halbjahr 2011 sehr unterschiedlich entwickelt. Während sich insbesondere bei den kleinen und mittleren Containerschiffen der Erholungstrend des vergangenen Jahres fortsetzte, haben sowohl die Bulker als auch die Tankschiffe mit Überkapazitäten zu kämpfen. Denn die jeweiligen Flotten sind in den zurückliegenden Monaten und Jahren weiter zügig gewachsen. Die Transportnachfrage konnte mit den Angebotszuwächsen nicht mithalten. Dennoch profitieren auch diese Segmente von der insgesamt günstigen Weltkonjunktur.
Nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird die Weltwirtschaft 2011 um 4,4 % wachsen. Die stärksten Impulse kommen dabei weiterhin von den Schwellenländern. Nach Einschätzung der OECD wird die chinesische Volkswirtschaft in den Jahren 2011–2012 um 9,0 % zulegen. Indien kommt im gleichen Zeitraum auf ein Plus von 8,5 %. Zugleich hat die zyklische Aufwärtsbewegung im Euro-Raum deutlich an Schwung gewonnen, obgleich die Entwicklung in den zugehörigen Staaten höchst uneinheitlich verläuft.
Kritsch ist die Situation hingegen in Japan und in den Vereinigten Staaten. Die größte Volkswirtschaft der Welt wird nach Prognosen der OECD in diesem Jahr nur um etwas mehr als 3 % zulegen und fällt damit als Wachstumsmotor aus. Nach dem Erdbeben und dem verheerenden Tsunami vom 11. März geht die japanische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr sogar voraussichtlich um 0,7 Prozent zurück.
Die Schockwellen des Japan-Bebens waren und sind zudem bis weit in die globalen Logistikketten zu spüren. Hinzu kommen weitere Störfaktoren, darunter die politischen Unruhen in einigen nordafrikanischen Ländern, die an den Märkten für erhöhte Unsicherheit sorgten und den ohnehin schon kräftigen Preisauftrieb bei Rohöl (+ 50 % seit Mitte 2010) noch deutlich verstärkt haben. Beeinträchtigend wirkten auch die Unwetter in Australien, die zu Verwüstungen der landseitigen Infrastruktur und zu einer Verminderung der Kohle- und Getreideverkehre führten.
Trotz dieser Ereignisse wird der Welthandel 2011 nach Einschätzung des IWF voraussichtlich um 7,4 % wachsen. Von der noch immer robusten Weltkonjunktur profitieren die Containerverkehre ebenso wie die Transporte der wichtigsten Massengüter. Clarkson Research schätzt, dass sich der Containerumschlag 2011 um 9,2 % erhöhen wird und prognostiziert für 2012 weitere Zuwächse um 9,5 % auf dann 600 Mio. TEU im Jahr. Der Eisenerzumschlag soll sich im kommenden Jahr um 4,5 % auf knapp 1,04 Mrd. Tonnen erhöhen, und die Kohle- und Rohöltransporte nehmen 2011 voraussichtlich jeweils um 3,2 % zu. Der wachsenden Transportnachfrage steht jedoch oftmals ein noch schnelleres Angebotswachstum gegenüber: So vergrößerte sich die Flotte der Tankschiffe über 30.000 tdw im ersten Halbjahr 2011 um rund 4,0 %, die der Massengutschiffe sogar um 6,2 %.
Weitere Hintergründe und Fakten zu den einzelnen Märkten sowie die Details zu den Segmenten bietet der
FHH-Marktreport in gedruckter Version.
Der aktuelle Report kann gegen eine Schutzgebühr in Höhe von EUR 48,- über das auf der FHH Website im rechten Seitenbereich befindliche Bestellformular angefordert werden.
Charterraten-Index für Containerschiffe, Bulker und Tanker

Charterraten-Index - zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken
(Auszug aus dem FHH-Marktreport 1. Halbjahr 2011 des Fondshaus Hamburg)