Geschlossene Fonds
Eine attraktive Kapitalanlage
Geschlossene Fonds werden aufgelegt, um mit dem eingebrachten Kapital wirtschaftliche Unternehmungen zu finanzieren. Die meisten geschlossenen Fonds investieren in Immobilien. Dies können Gebäude mit mehreren Mietern sein – Bürogebäude, Shoppingcenter oder auch Wohnimmobilien – oder Gebäude mit einem einzigen Betreiber – beispielsweise Hotels, Freizeitparks oder ähnliches. Ebenfalls einen großen Anteil an geschlossenen Fonds haben so genannte Schiffsbeteiligungen. Hierbei handelt es sich entweder um Containerschiffe oder Tanker. Geschlossene Fonds bieten Privatanlegern also die Möglichkeit, direkt am wirtschaftlichen Erfolg eines einzelnen Unternehmens teilzuhaben, gleichzeitig müssen diese aber auch das unternehmerische Risiko mittragen.
Ablauf
Hat eine Fondsgesellschaft einen neuen Fonds aufgelegt, hat sie damit die Rahmenbedingungen wie das Investitionsobjekt und das angestrebte Fondsvolumen festgelegt sowie eine Prognose für die voraussichtliche Laufzeit abgegeben.
Zunächst sammelt die Fondsgesellschaft das Kapital ein. Anleger können sich am geschlossenen Fonds mit einem von der Fondsgesellschaft festgelegten Mindestbetrag beteiligen. Sobald die für das geplante Unternehmen notwendige Summe erreicht ist, wird der Fonds geschlossen. Die Zahl der Anleger, die vom Erfolg des Unternehmens profitieren, bleibt also begrenzt. Eine Besonderheit sind so genannte Blind-Pool-Fonds: Diese werden nach Ablauf einer zuvor festgelegten Platzierungsfrist geschlossen, das Fondsvolumen steht erst nach Schließung des Fonds fest.
Das Volumen eines Fonds setzt sich in der Regel aus dem Eigenkapital und Fremdkapital zusammen. Das Eigenkapital wird zum Großteil bei den Anlegern platziert. Die Fremdfinanzierung macht in der Regel zwischen 30 und 70 Prozent des gesamten Investitionsvolumens aus. Dieses Kapital investiert die Fondsgesellschaft in das vorher festgelegte Objekt – eine Immobilie, ein Containerschiff oder ähnliche Assetklassen.
Die Laufzeit eines Fonds ist grundsätzlich offen. Im Prospekt wird aber meist ein Planwert von 10 bis 15 Jahren angegeben. Während dieser Zeit hat der Anleger kaum Zugriff auf sein Kapital, es steckt fest in dem Unternehmen. Es sei denn, er bietet seine Beteiligung auf dem wachsenden Zweitmarkt an. Die hier gebotenen Preise können auch als Orientierung für den voraussichtlichen Erfolg des Fonds dienen. Der tatsächliche Erfolg steht jedoch erst nach Beendigung der Laufzeit fest, wenn der Fonds aufgelöst und das Objekt wieder verkauft wird.
Rechtsform
Die meisten Fondsgesellschaften haben die Rechtsform der GmbH & Co. KG (Kommanditgesellschaft), in der die Anleger Kommanditisten sind. Sie werden direkt am Erfolg des Unternehmens beteiligt, haften jedoch lediglich mit ihrem eingebrachten Kapital. Der Anleger profitiert durch die Rendite, die das Unternehmen während der Fondslaufzeit erwirtschaftet, und durch den abschließenden Verkauf des Objekts. Er trägt jedoch auch das unternehmerische Risiko.
Welche Arten von geschlossenen Fonds gibt es?
Neben den oben angeführten Schiffs- und Immobilienfonds investieren geschlossene Fonds auch u.a. in Windkraftanlagen, gebrauchte Lebensversicherungen und nicht börsennotierte Unternehmen (Private-Equity-Fonds).